Der Leipziger Brühl, Aquarell von Wilhelm Stockmann 1825, An der linken Bildkante ist Richard Wagners Geburtshaus zu erkennen. (Stadtgeschichtliches Museum Leipzig)
Richard Wagner wurde am 22. Mai 1813, im Jahr der Leipziger Völkerschlacht, im Haus „Zum Roten und Weißen Löwen“, am Brühl 3 als neuntes Kind der Familie Wagner geboren. Das Gebäude wurde 1886 abgebrochen. Richard wurde am 16. August 1813 in der Thomaskirche getauft. Sein Vater, Karl Friedrich Wilhelm Wagner (1770–1813), war ein gebildeter, angesehener Polizeibeamter am Leipziger Stadtgericht, dessen Interesse besonders dem Theater galt. Nur ein halbes Jahr nach der Geburt Richard Wagners starb der Vater unerwartet an den Folgen einer während der Völkerschlacht ausgebrochenen Seuche, dem Lazaretttyphus. Zu Ostern 1814 heiratete die Witwe Johanna Rosine Wagner, geborene Pätz, (1778–1848) den Schauspieler Ludwig Geyer (1778–1821), der seit 1801 eine enger Freund der Familie war. Zwei Jahre später siedelte die ganze Familie nach Dresden über, wo Geyer Hofschauspieler war. In Dresden verbrachte Wagner den größten Teil seiner Jugend. Geyer nahm den jungen Richard Geyer (wie er seit der Verheiratung der Mutter nunmehr hieß) des Öfteren zu Theaterproben mit und weckte dessen Interesse für dieses Metier. Auch führte der vielseitig begabte Ludwig Geyer den Knaben in die Anfangsgründe der Malerei ein. Ludwig Geyer starb bereits im Jahre 1821 an Tuberkulose. Richard kam nun zu seinem Stiefonkel, Karl Geyer, nach Eisleben und kaum ein Jahr später für kurze Zeit zu seinem Leipziger Onkel Adolf Wagner (1774–1835), einem Philologen, Privatgelehrten und Übersetzer. Er bewohnte das Königshaus am Markt und stand im freundschaftlichen Verhältnis zu Schiller und Goethe.