Richard Wagner ist Leipziger - Leipzig Tourismus und Marketing GmbH

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Stand / Druckdatum: 26.10.2014

Das Königshaus am Markt | Richard Wagner ist Leipziger - Leipzig Tourismus und Marketing GmbH

 

 
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Das Königshaus am Markt

Der junge Richard Wagner - Leipzig 1813–1834

 
 
 
 
Der Markt aus der Katharinenstraße gesehen. In der Bildmitte das stattliche Königshaus. Colorierte Radierung Carl Benjamin Schwarz, 1804, (Stadtgeschichtliches Museum Leipzig)
Das prächtige Bürgerhaus war 1706 / 07 durch den Leipziger Ratsmaurer Johann Gregor Fuchs für den Kaufmann Andreas Dietrich Apel barock umgebaut worden. August der Starke schloss 1706 mit Apel einen Mietvertrag, um das Haus während der dreimal jährlich stattfindenden Messen mit seinem Gefolge nutzen zu können. Der Vertrag bestand bis zum Jahre 1827. In einem Zimmer des Seitengebäudes mit Blick zum Hof (heute infolge des Passagenbaues von 1932 nicht mehr erhalten) wohnte der Onkel Richard Wagners, der angesehene Philologe und Übersetzer Adolf Wagner (1774–1835) Er führte mit seiner Schwester Friederike und Jeannette Thomä, der Erbin des Apelschen Hauses, einen gemeinsamen Hausstand. Als der kleine Richard Wagner im Jahre 1822 nach dem Tod seines Stiefvaters kurzzeitig bei seinem Onkel im Königshaus wohnte, muss es noch viel von seiner glanzvollen Innenausstattung besessen haben.

Die Eindrücke, die der junge Wagner in diesem Haus sammelte, inspirierten ihn zu dem Tauerspiel „Leubald und Adelaide“, das in den Jahren 1826–1868 entstand. Zu seinen Gästen zählte das Königshaus Zar Peter den Großen, Friedrich II. von Preußen und Napoleon Bonaparte.
 
 
„Die Einrichtung dieser Räume war… prächtig aus schweren Seidenstoffen mit reichen Rokoko-Möbeln, alles bereits vom Alter stark abgenutzt. Wohl gefiel ich mir sehr in diesen großen phantastischen Räumen, von wo aus man auf den so belebten Leipziger Markt blickte… Nur an einem Schmuck dieser Räume hatte ich sehr zu leiden: das waren die verschiedenen Porträts, namentlich der vornehmen Damen im Reifrock mit jugendlichen Gesichtern und weißen (gepuderten) Haaren. Diese kamen mir durchaus als gespenstige Wesen vor, die mir, wenn ich allein im Zimmer war, lebendig zu werden schienen und mich mit höchster Furcht erfüllten. Das einsame Schlafen in einem solchen abgelegenen großen Gemach, in dem altertümlichen Prachtbett, in der Nähe eines solchen unheimlichen Bildes, war mir entsetzlich; zwar suchte ich vor der Tante, wenn sie mich des Abends mit einem Licht zu Bett brachte, meine Furcht zu verbergen; doch verging nie eine Nacht, ohne daß ich, in Angstschweiß gebadet, den schrecklichsten Gespenstervisionen ausgesetzt war“.

Richard Wagner: Mein Leben. Band 1. Dietrich‘sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig, 1958, S. 16.
 
Das Könighaus um 1720, Kupferstich, Buder & Sülpke Amsterdam - Richard ist Leipziger - Ein Leipziger  (Quelle: Kulturstiftung Leipzig)
Das Könighaus um 1720, Kupferstich, Buder & Sülpke Amsterdam
 
Porträt Adolf Wagner (Onkel von Richard Wagner), 1832 - Richard ist Leipziger - Ein Leipziger  (Quelle: Kulturstiftung Leipzig)
Porträt Adolf Wagner (Onkel von Richard Wagner), 1832
 
 
 
Quelle: Ein Leipziger (Kulturstiftung Leipzig)