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Stand / Druckdatum: 25.10.2014

Der Freund Theodor Apel und das Herrenhaus Ermlitz bei Leipzig | Richard Wagner ist Leipziger - Leipzig Tourismus und Marketing GmbH

 

 
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Der Freund Theodor Apel und das Herrenhaus Ermlitz bei Leipzig

Der junge Richard Wagner - Leipzig 1813–1834

 
 
 
 
Herrenhaus Ermlitz, Gartenansicht heutiger Zustand
Das zweigeschossige Herrenhaus östlich von Schkeuditz, in der Auenlandschaft der Weißen Elster gelegen, wurde 1771 von dem Leipziger Juristen, Ratsherren und späteren Leipziger Bürgermeister Heinrich Friedrich Innozenz Apel erworben. Der Barockbau diente der Apelschen Familie in der Folgezeit als Sommersitz. Das kleine Schlösschen wird heute kulturell genutzt. Zu den damaligen Gästen gehörten neben Carl Maria von Weber (Komponist, Dirigent und Pianist) und Friedrich Rochlitz (Musikkritiker und Herausgeber der „Allgemeinen Musikalischen Zeitung“), auch der junge Richard Wagner, der mit Guido Theodor Apel (1811–1867) innig befreundet war. Der rege Briefverkehr legt noch heute Zeugnis davon ab. 42 Briefe schrieb Wagner in der Zeit von 1832 bis 1836 an seinen Freund Theodor Apel. Theodor Apel hatte ein Jahr vor Richard Wagner die Nikolaischule verlassen und war 1830 zum Studium der Rechte an die Leipziger Universität gewechselt. Auch er gab sich wie viele junge Persönlichkeiten der bürgerlichen Oberschicht ausgeprägten dichterischen und musikalischen Neigungen hin. Zu Theodor Apels Drama „Kolumbus“ schrieb Wagner eine Ouvertüre, die er als junger Kapellmeister in Magdeburg aufführte. Bei einer gemeinsamen Spazierfahrt am 07. April 1836 machte Apel Wagner mit Felix Mendelssohn Bartholdy bekannt, der von Berlin kommend, ab 1835 Leipziger Gewandhauskapellmeister war. Theodor Apel, der bald nach dem Weggang Wagners in der Folge eines Sturzes vom Pferde, sein Augenlicht verlor, ist in Leipzig durch die sogenannten Apel-Steine in Erinnerung geblieben. Ab 1863 initiierte er die Kennzeichnung der Orte der Leipziger Völkerschlacht von 1813 mit über 44 Gedenksteinen.
 
 
„Mein Horizont umwölkt sich immer mehr. Ich nehme Dein Anerbieten einer Zuflucht in Ermlitz an; - gieb Auftrag, daß man mich wenn ich ankomme, aufnimmt u. mir ein Zimmer anweist. Leb wohl! Dein Richard W.“

Brief Richard Wagners vom 06.05.1936 an seinen Freund Theodor Apel. In: Richard Wagner. Sämtliche Briefe. Hg. im Auftrage der Richard- Wagner-Stiftung Bayreuth von Gertrud Strobel und Werner Wolf, Band I, Briefe der Jahre 1830-1842, VEB Deutscher Verlag für Musik, Leipzig, 1979, S. 262.
 
Theodor Apel mit seiner Frau Marie - Richard ist Leipziger - Ein Leipziger  (Quelle: Kulturstiftung Leipzig)
Theodor Apel mit seiner Frau Marie
 
Innenansicht Herrenhaus, der „Weiße Saal“ vor 1945 - Richard ist Leipziger - Ein Leipziger  (Quelle: Kulturstiftung Leipzig)
Innenansicht Herrenhaus, der „Weiße Saal“ vor 1945
 
Innenansicht Herrenhaus, heutiger Zustand während der Restaurierung - Richard ist Leipziger - Ein Leipziger  (Quelle: Kulturstiftung Leipzig)
Innenansicht Herrenhaus, heutiger Zustand während der Restaurierung
 
 
 
Quelle: Ein Leipziger (Kulturstiftung Leipzig)