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Stand / Druckdatum: 22.08.2014

Der Student und Revolutionär | Richard Wagner ist Leipziger - Leipzig Tourismus und Marketing GmbH

 

 
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Der Student und Revolutionär

Der junge Richard Wagner - Leipzig 1813–1834

 
 
 
 
„Im Jahre 1830 erfolgte das erste selbstständige politische Auftreten der Leipziger Bürger. Schon nach Ausbruch der Julirevolution in Frankreich kam es in der Stadt zu öffentlichen Sympathiekundgebungen. Anfang September erreichte die antifeudale Bewegung ihren Höhepunkt, die sich besonders gegen die Stadtverwaltung und die Polizei richtete. Der offene Aufstand brach los als die Polizei einen Schmiedelehrling auf dem Brühl zusammengeschlagen und verhaftet hatten. Zu den Aufständischen gehörten vor allem Gesellen, Arbeiter und Studenten. Sie stürmten und demolierten die Wohnung des Polizeiamtsaktuars Jäger, das Landhaus des Bankiers Erkel, die Wohnhäuser des Militärs und Bordelle in den Vorstädten. Da sich die revolutionäre Bewegung von Leipzig aus auch auf andere sächsische Städte ausgebreitet hatte, sah sich die Regierung gezwungen, einig Zugeständnisse gegenüber dem liberalen Bürgertum zu machen. Neben einem Verfassungsversprechen erließ sie eine Städteordnung, die sofort, also noch vor ihrer Erhebung zum Gesetz, in Leipzig eingeführt worden ist.“

(Czok, Karl: Das Alte Leipzig. Koeler & Amelang, Leipzig, 1978, S. 187 f.)
 
 
„Nun kam aber die Julirevolution; mit einem Schlage wurde ich Revolutionär und gelangte zu der Überzeugung, jeder halbwegs strebsame Mensch dürfe sich ausschließlich nur mit Politik beschäftigen. Mir war nur noch im Umgang mit politischen Literaten wohl: ich begann auch eine Ouvertüre, die ein politisches Thema behandelte.“

Richard Wagner: Autobiographische Skizze. In: Richard Wagner: Sämtliche Schriften und Dichtungen. Volksausgabe Band 1. Breitkopf & Härtel Verlag, Leipzig, 1915, S. 7 f.
 
 
„Die Extrablätter der ‚Leipziger Zeitung‘ brachten die Nachricht der Pariser Julirevolution… Mit Bewußtsein plötzlich in einer Zeit [zu] leben, in welcher solche Dinge vorfielen, mußte natürlich auf den siebzehnjährigen Jüngling von außerordentlichem Eindruck sein. Die geschichtliche Welt begann für mich von diesem Tage an; und natürlich nahm ich volle Partei für die Revolution, die sich mir nun unter der Form eines mutigen und siegreichen Volkskampfes, frei von allen den Flecken der schrecklichen Auswüchse der ersten französischen Revolution, darstellte.“

Richard Wagner: Mein Leben. Band 1. Dietrich‘sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig, 1958, S. 66 f.
 
Das Bild zeigt die Zerstörung der Wohnung des Polizeibeamten Jäger am Grimmaischen Tor am 4. September 1834. Aquarell von Georg Emanuel Opitz (Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig) - Richard ist Leipziger - Ein Leipziger  (Quelle: Kulturstiftung Leipzig)
Das Bild zeigt die Zerstörung der Wohnung des Polizeibeamten Jäger am Grimmaischen Tor am 4. September 1834. Aquarell von Georg Emanuel Opitz (Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig)
 
 
 
Quelle: Ein Leipziger (Kulturstiftung Leipzig)