Nikolaikirchhof mit der Nikolaischule, Foto: Hermann Walter 1879 (Stadtgeschichtliches Museum Leipzig), 1872 bezogen die Nikolaikaner einen Neubau in der heutigen Goldschmidtstraße (Im 2. Weltkrieg zerstört)
Am 14. März 1498 beschloss der Leipziger Rat endlich die Gründung einer Bürgerschule am Nikolaikirchhof. Bereits 1395 hatte Papst Bonifatius IX. in einer Urkunde die Einwilligung zu einer derartigen Schulgründung gegeben. Bis dahin existierte als einzige Schule in Leipzig nur die 1212 gegründete geistliche Thomasschule am Augustiner- Chorherrenstift. 1512 konnte das neue Schulhaus am Nikolaikirchhof 2 endlich den Schulbetrieb aufnehmen. Erster Schulmeister war in den Jahren 1512 / 13 Magister Johannes Rumpfer, der zugleich Dekan an der philosophischen Fakultät der Universität war. Neben Richard Wagner besuchten auch Gottfried Wilhelm Leibniz, Christian Thomasius und Johann Gottfried Seume sowie Guido Theodor Apel, der eng mit Wagner befreundet war, die Ausbildungsstätte. Der schlichte Bau mit seiner spartanischen Ausstattung wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verändert und erweitert. 1827 war, vermutlich unter der Leitung des Stadtbaudirektors August Wilhelm Kanne (1783–1827), die klassizistische Aula im 2. Obergeschoss entstanden (Richard-Wagner-Aula), deren sparsame Architekturgliederung der Wände bei der Sanierung und Restaurierung des Gebäudes in den Jahren 1991–1994 (nach Befund) wieder hergestellt wurde. In dieser Ausgestaltung etwa, aber mit Schulbänken, denn der Raum wurde außer für Festlichkeiten auch für den normalen Schulbetrieb genutzt, dürfte sie Richard Wagner erlebt haben, als er am 21. Januar 1828 in die Nikolaischule aufgenommen wurde.