Richard Wagner ist Leipziger - Leipzig Tourismus und Marketing GmbH

Augustusplatz 9, D-04109 Leipzig
 
Stand / Druckdatum: 07.12.2016

Ausstellungen Leipzig: Richard Wagner - Jubiläumsjahr 2013: 200. Geburtstags Richard Wagner

 

 
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200. Geburtstag Richard Wagner: Der junge Richard Wagner, 1813 bis 1834

Eröffnung einer Dauerausstellung in der Alten Nikolaischule zu Leipzig

Erstmals widmet sich eine Ausstellung ausschließlich der Persönlichkeit des jungen Richard Wagner. Erstmals werden seine Jugend, sein Umfeld, seine musikalische Ausbildung, die prägenden Bildungseindrücke und sein Frühwerk in der Tiefe durchdrungen. Die Ausstellung ist eine notwendige Ergänzung des Wagnermuseums in Bayreuth, das den Fokus auf den reifen Komponisten legt. Die Ausstellung macht deutlich, wie ein junger Mann mit ausgeprägtem Sendungsbewusstsein auch unter schwierigen sozialen Bedingungen seinen Weg sucht und findet. Das Projekt möchte gerade auch junge Menschen ansprechen, in dem es zeigt, dass Ausdauer und Beharrlichkeit wichtige Voraussetzungen für beruflichen Erfolg sind.

Die Ausstellung wird verdeutlichen, dass der 21-jährige Wagner, als er im Juli 1834 seinen Wohnsitz in Leipzig aufgab, um eine Stellung als Kapellmeister am Magdeburger Stadttheaters anzutreten, ein weitgehend ausgebildeter Komponist und Dirigent war. Er konnte zu diesem Zeitpunkt auf eine erstaunliche Zahl von Kompositionen verweisen, die überwiegend auch schon in Leipzig zur Aufführung gelangten. Auch war er bereits mit allen für seine Entwicklung wichtigen neuen und klassischen Werken der Musik und Literatur vertraut. Obwohl sein Wirken in Leipzig im Mittelpunkt stehen soll, werden auch andere Stationen seiner Jugend beleuchtet, so seine Kindheit in Dresden mit dem Besuch der Kreuzschule ab 1822 u.a.

Als Schirmherr für die Ausstellung konnte Christian Thielemann, Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden, gewonnen werden. Die konzeptionelle Leitung des Gesamtprojektes liegt in den Händen von Professor Rolf-Dieter Arens, Konzertpianist, langjähriger Rektor der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar und Mitinitiator des Lisztjahres 2011 in Thüringen.
 
 


Welche Rolle spielt das Projekt im lokalen, überregionalen und internationalen Kontext?

Wer den jungen Wagner kennenlernen und verstehen will, muss nach Leipzig kommen. „Richard ist Leipziger“, lautet das Motto des Richard-Wagner-Verbandes Leipzig. Die Kulturstadt Leipzig definiert sich zunehmend als Stadt einer großen Musiktradition. Hierfür stehen so klangvolle Namen der Vergangenheit wie Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Robert Schumann und Clara Wieck, Edvard Grieg oder aber Gustav Mahler, die alle in Leipzig mehr oder weniger lange gewirkt haben. Richard Wagner wurde hier am 22. Mai 1813, im Jahr der Völkerschlacht, im Haus Zum Roten und Weißen Löwen am Brühl geboren. Sein Geburtshaus wurde leider bereits 1886 abgebrochen. Er verbrachte wesentliche Teile seiner Jugendzeit in Leipzig und erfuhr hier seine Ausbildung als Musiker. Große Teile seines heute wenig bekannten Frühwerkes gelangten hier zur Aufführung. Die Ausstellung soll zeigen in welchem Umfeld der junge Wagner aufwuchs, durch welche Ereignisse und Persönlichkeiten er geprägt wurde und welche künstlerische Reife er bereits als junger Mann erlangte.
 
 


Warum gerade an diesem Ort?

Von 1828 bis 1830 besuchte er die hiesige Alte Nikolaischule am Nikolaikirchhof, die 1827 eine neue Aula mit einer schlichten klassizistischen Ausmalung erhalten hatte. Diese Anfang 2012 erneut restaurierte Aula ist heute der einzige authentisch erhaltene Ort der Erinnerung an diesen bedeutenden Komponisten des 19. Jahrhunderts in Leipzig. Im Rahmen des Projektes „Leipziger Notenspur“, das wichtige Stätten der Musikgeschichte miteinander vernetzt und touristisch erschließt, soll in der denkmalgeschützten Alten Nikolaischule ein Ort der Erinnerung an den jungen Richard Wagner entstehen. Aus diesem Grunde wird in den Ausstellungsräumen des Untergeschosses eine Dauerausstellung geschaffen, die sich erstmals in Deutschland ausführlich mit dem Wirken des jungen Richard Wagner beschäftigt. Der besondere Wert der Ausstellung wird darin bestehen, dass erstmals Leben und Werk des jungen Wagner umfassend dargestellt und einer musikwissenschaftlichen Neubewertung unterzogen wird. Ein etwa 80seitiger Begleitband soll die Ausstellung ergänzen. Er wird den jungen Wagner in einem ganz neuen Licht erscheinen lassen. Mit der Ausstellung erhält die 500 jährige Alte Nikolaischule eine weitere kulturgeschichtliche Facette, die beispielhaft auch für das Wirken weiterer bedeutender Schüler wie Gottfried Wilhelm Leibniz oder aber Johann Gottfried Seume steht.
 
 


Warum gerade jetzt?

Der 200. Geburtstag Richard Wagners am 22. Mai 2013 bietet die einmalige Chance seinen Geburtsort in den Blickpunkt der internationalen Musikwelt zu rücken und einen neuen Ansatz der Musikrezeption des lange vernachlässigten Frühwerkes in die musikwissen-schaftliche Diskussion zu bringen. Eine Würdigung Wagners in Leipzig ist überfällig. Falls dieser Zeitpunkt verpasst wird, scheint eine Wagnerausstellung für lange Zeit unwahrscheinlich, da die Mitteleinwerbung von privater Seite natürlich ungleich schwerer wird.
 
 


Welche Zielgruppen werden angesprochen?

Die Ausstellung wendet sich an die gesamte, weltweite Fangemeinde Richard Wagners. Der Musiktourismus ist ein bedeutender, ständig wachsender Teil des Leipziger Fremden- verkehrs. Schon jetzt gibt es im Rahmen der „Leipziger Notenspur“ gezielte Führungen zu den Musikstätten Leipzigs. Die Thematik wird in besonderem Maße gerade auch junge Menschen ansprechen. Der sehr heutige, audio-visuelle Charakter der Ausstellung wird den Sehgewohnheiten von Schülern und Studenten entgegenkommen. Eine wichtige korrespondierende Beziehung besteht zum Forum Thomanum, dem Zentrum für musische Bildung in der Bachstadt Leipzig. Der architekturgeschichtlich interessierte Besucher kann zudem einen lebendigen Eindruck von der Stadt des Biedermeiers gewinnen.
 
 


Mit welchen Mittel wird ein lebendiges Bild des jungen Wagner und seines Umfeldes vermittelt?

Die Ausstellung wird vor allem mit audio-visuellen Mitteln arbeiten. Das Bildmaterial wir auf ca. 80 Leuchttafeln präsentiert, die durch fünf LCD Bildschirme und fünf Touchscreens für Bild-Text-Vertiefungsinformationen ergänzt werden. 16 Hörstationen werden das Erleben seiner frühen Werke erlauben. Hierbei denken wir z.B., an Ausschnitte seiner 1832 vollendete Konzert-Ouvertüre Nr. 2 in C-Dur, die am 30. April des gleichen Jahres im Leipziger Gewandhaus aufgeführt wurde oder aber an seine 1833 bis Januar 1834 in Würzburg entstandene erste vollendete Oper „Die Feen“, die allerdings erst nach seinem Tode im Jahre 1888 in München zur Uraufführung gelangte. Dazu werden Zitate aus seinem umfangreichen autobiografischen Werk eingespielt sowie Äußerungen von Zeitgenossen über ihn. In der klassizistischen Aula können mit modernster Technik akustische Tonbeispiele aller frühen Werke unter den Bedingungen eines Konzertsaales gehört werden. Das Vorhandensein eines modernen Blüthner-Flügels begünstigt die Aufführung von Wagner-Werken. Zu denken ist dabei vor allem an die Wesendonck-Lieder oder aber an sein wenig bekanntes Klavierwerk. Die Aula kann insbesondere beim Besuch größerer Gruppen als Raum für Einführungs- vorträge dienen. Hier kann ein Stück Zeitkolorit unmittelbar und authentisch vermittelt werden. Die denkmalgerechte partielle Restaurierung der Aula, des Blüthner-Flügels und die Beschaffung der Tontechnik ist nicht Gegenstand dieses Fördermittelantrages. Sie wurden von der Kulturstiftung Leipzig bereits aus eigenen Mitteln finanziert.

Die Authentizität des Ortes soll dadurch noch erhöht werden, dass ein restauriertes, um 1820 gefertigtes Wieck-Tafelklavier aus dem Musikinstrumentenmuseum der Leipziger Universität dauerhaft integriert werden soll. Alle Informationen, einschließlich die des Kataloges werden zweisprachig, in Deutsch und in Englisch, angeboten.
 
 


Wie wird ein hohes musikwissenschaftliches und gestalterisches Niveau der Ausstellung gewährleistet?

Für die Erarbeitung des musikwissenschaftlichen Konzepts zeichnet Prof. Werner Wolf, einer der führenden Wagnerexperten Deutschlands, verantwortlich. Eine Expertenrunde begleitet das Projekt bis zur Fertigstellung. Für die Ausstellungsgestaltung konnte der erfahrene Leipziger Ausstellungsmacher Heinz-Jürgen Böhme gewonnen werden, dem beim Neuaufbau des Grassimuseums für angewandte Kunst in Leipzig eine viel beachtete Inszenierung gelang. Die Kulturstiftung Leipzig arbeitet darüber hinaus mit einer Reihe von Institutionen zusammen, die für das Thema bedeutsam sind: Mit dem Bayreuther Richard-Wagner-Museum, mit der Oesterlein-Sammlung in der Reuter-Villa in Eisenach, mit dem Stadtgeschichtlichen Museum in Leipzig, mit dem Stadtarchiv Leipzig, mit der musikwissenschaftlichen Bibliothek der Stadtbiliothek Leipzig, mit der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig, dem MDR sowie bei spezifischen Fragen mit weiteren Hochschulen, Archiven, Institutionen und Einzelpersönlichkeiten.
Ein wesentlicher Aspekt der Ausstellung wird sein, Leipzig als Stadt des Biedermeiers in attraktiven historischen Abbildungen möglichst anschaulich werden zu lassen, denn das Zentrum ist heute derart gründerzeitlich überformt, dass man sich nur schwer das malerische, noch mit Stadtmauern und Wassergräben befestigte Stadtbild des ersten Drittels des 19. Jahrhunderts vorstellen kann. Den attraktiven Abschluss und Höhepunkt der Ausstellung bilden im letzten Raum filmische Sequenzen, die sich mit der Leipziger Wagnerrezeption späterer Zeit auseinandersetzten. Mittels historischer Archivaufnahmen soll die Inszenierung des Ringes von Joachim Hertz 197376 punktuell, aber beispielhaft und repräsentativ einen lebendigen Eindruck von der Ästhetik Wagnerscher Musik vermitteln. Nach dem Gang durch die informative und sehr faktenreiche Ausstellung, soll der Besucher noch einmal emotional gefangen genommen werden und auf die Bedeutung des wagnerschen Werkes für die Gegenwart angesprochen werden.
 
 


Was qualifiziert die Kulturstiftung Leipzig zur Realisierung dieses Projektes?

Mit der Schaffung einer Richard-Wagner-Ausstellung hat sich die 1990 als Kind der friedlichen Revolution unter ihrem heutigen Ehrenpräsidenten Prof. Kurt Masur gegründete Kulturstiftung Leipzig eine weitere anspruchsvolle Aufgabe gestellt. In nunmehr 22 Jahren konnten mit Unterstützung weiterer Partner viele kleine und größere Projekte realisiert werden. Darunter waren Vorhaben wie die Sanierung der Alten Nikolaischule zu einem kulturellen Zentrum im Herzen der Stadt, die Gestaltung des Nikolaikirchhofes, die Herausgabe der Leipziger Blätter oder aber die Ausstellung zur Malerei der neuen Leipziger Schule „made in Leipzig“ im Schloss Hartenfels in Torgau, die von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung Unterstützung erfuhr. Die personelle Besetzung der Kulturstiftung Leipzig in Stiftungsrat, Vorstand und Geschäftsleitung mit anerkannten Persönlichkeiten des Leipziger Kulturlebens bietet die Gewähr für eine fachliche Begleitung des Projektes auf höchstem Niveau.

Die Ausstellung soll am 21. Mai 2013, dem Vorabend des 200. Geburtstages von Richard Wagner, eröffnet werden. Sie wird in Kooperation mit dem Antikenmuseum der Leipziger Universität betrieben, das seit 1994 attraktive Ausstellungsräume im ersten Obergeschoß nutzt. Aus diesem Grund wurde bereit 2011 eine architektonisch ansprechend gestaltete Lösung für den Verkauf von Eintrittskarten, Publikationen, CD´s etc. realisiert.
 
 


Von wem wird das Projekt unterstützt?

Die Ausstellung entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem Richard-Wagner-Verband Leipzig und der Richard-Wagner-Stiftung Leipzig. Sie wird unterstützt von den Oberbürgermeistern der Städte Bayreuth und Leipzig, Herrn Dr. Michael Hohl und Herrn Burkhard Jung. Das Projekt ist Teil der offiziellen Richard-Wagner-Ehrung der Stadt Leipzig im Jahr 2013. Die Ausstellung erfährt zudem Unterstützung von einer großen Zahl von Persönlichkeiten des Öffentlichen Lebens wie Nike Wagner, Dr. Arend Oetker und Georg Krupp. Darüber hinaus gibt es weitere private Unterstützter, die dem Spendenaufruf der Kulturstiftung Leipzig vom Oktober 2011 folgen und Stifterbriefe in Gold, Silber oder Bronze erwerben. Die Spendenaktion trägt dazu bei das Projekt auch in breiteren Kreisen der Öffentlichkeit zu verankern. Der erste Stiftertag brachte bereits 16.000.- € ein.
 
 

Wie wird eine dauernde lebendige Auseinandersetzung und musikwissenschaftliche Fortschreibung des Themas gewährleistet?

Zu den jährlichen Wagnerfesttagen und anderen Anlässen wird es thematische Konzerte geben. In Vorträgen, Kolloquien, Lesungen etc. wird das Thema vertieft und nach aktuellen Gesichtspunkten weitergeführt. Kleinere Dauerausstellungen werden speziellen Aspekten der Wagnerrezeption gewidmet sein. Ziel ist es, gemeinsam mit dem Richard-Wagner-Verband Leipzig und anderen Einrichtungen der Musikpflege in Leipzig die Alte Nikolaischule zu einem Ort der differenzierten Auseinandersetzung mit dem Thema Richard Wagner werden zu lassen. In der Ausstellung werden auch die aktuellen Veröffentlichungen des Richard-Wagner-Verbandes Leipzig sowie die Mitteilungen der Deutschen Richard-Wagner-Gesellschaft mit Sitz in Berlin, präsent sein.
 
 
Veranstalter
Kulturstiftung Leipzig
Stiftung für Denkmalpflege Stadtkultur und Umweltschutz
Nikolaikirchhof 2
04109 Leipzig
Tel.: +49 (0)341 2118518
Fax: +49 (0)341 2118520
kulturstiftungleipzig@t-online.de
www.kulturstiftung-leipzig.de

 
 
 
 
 
Der junge Wagner_Kulturstiftung: Ein Leipziger (Quelle: Kulturstiftung Leipzig)